Evidenzbasierte Sporternährung – Mythen vs. Fakten
Einleitung
Die Fitnessbranche ist voll von widersprüchlichen Ratschlägen: „Low Carb ist der Schlüssel“, „Protein macht die Nieren kaputt“, „Supplemente sind Geldverschwendung“. Solche Mythen halten sich hartnäckig – und führen dazu, dass viele Sportler Zeit verlieren oder ihre Leistung sogar verschlechtern.
Evidenzbasierte Sporternährung ist der Gegenpol: Sie orientiert sich an Wissenschaft, Erfahrung und individueller Anpassung.
Was bedeutet evidenzbasiert?
Evidenzbasierte Arbeit kombiniert drei Säulen:
Wissenschaftliche Studienlage – aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Sportmedizin.
Praktische Erfahrung – was hat sich in der Arbeit mit Athlet:innen & Klient:innen bewährt?
Individuelle Diagnostik – was zeigt die Analyse beim einzelnen Kunden?
Nur das Zusammenspiel ergibt eine fundierte Ernährungsstrategie.
Typische Mythen entlarvt
Protein schädigt die Nieren – Studien zeigen: Gesunde Menschen können problemlos auch 2–2,5 g/kg Körpergewicht aufnehmen. Entscheidend ist die Qualität.
Low Carb ist für alle besser – manche Athleten profitieren, andere verlieren Leistungsfähigkeit. Hier entscheidet die Diagnostik.
Supplemente bringen nichts – falsch. Kreatin, Beta-Alanin oder Omega-3 sind evidenzbasiert wirksam, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden.
Die Rolle von Glukose im Training.
Ein entscheidender Punkt, der oft übersehen wird: Die Rolle von Glukose im Training.
Kohlenhydrate, insbesondere in Form von Glukose, sind nicht nur ein Energielieferant, sondern auch ein Signalgeber für Anpassungen. Während intensiver Belastungen wird Glukose über die Glykolyse zu Pyruvat abgebaut. Dieses Pyruvat dient als Schnittstelle:
👉 Genau diese Laktatbildung ist kein „Abfallprodukt“, sondern ein wertvoller Trainingsreiz. Sie signalisiert dem Körper, mehr Mitochondrien zu bilden und die Pufferkapazität zu erhöhen. Damit steigt nicht nur deine VO₂max, sondern auch deine Fähigkeit, in hohen Intensitäten länger durchzuhalten.
Das bedeutet in der Praxis:
Evidenzbasiertes Coaching heißt also nicht nur, Protein und Supplemente optimal einzusetzen, sondern auch zu verstehen, wann und wie Kohlenhydrate den größten Mehrwert bringen.
Kohlenhydrate vor intensiven Einheiten sind sinnvoll, da sie die Verfügbarkeit von Glukose erhöhen.
Mehr Glukose → mehr Pyruvat → mehr Laktat = stärkerer Trainingsreiz und bessere Anpassungen.
Es kann in die Mitochondrien eingeschleust und dort oxidiert werden → aerober Energiestoffwechsel.
Oder es wird zu Laktat umgewandelt, wenn die Belastung hoch und Sauerstoff begrenzt ist → anaerober Reiz.
Fazit
Evidenzbasierte Ernährung spart Zeit, schützt vor Mythen und steigert die Performance.